23.10.18

Stahlpreise und Stahlmarkt: Dienstag, 23. Oktober 2018

US-Stahlzölle treffen Ford mit voller Wucht
Der zweitgrößte Autohersteller der USA ächzt unter hohen Stahlpreisen. Die von Präsident Trump verhängten Strafzölle auf Stahl hat Ford bisher eine Milliarde US-Dollar gekostet. Die Stahlpreise in den USA sind die höchsten auf der Welt. US-Warmband hat sich im laufenden Jahr um 28% verteuert. Der Stahlpreis für Warmband aus US-Hochöfen lag per 8. Oktober 2018 bei 940 US-Dollar je Tonne (1.000 kg). In China zahlen Stahlverwender wie Autohersteller lediglich 519 Dollar, in Westeuropa 622 Dollar. (Quelle: Steel Benchmarker).

Die Stahlindustrie und ihre neue Charta...
Die Landesregierungen des Saarlandes, Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Niedersachsen und der Stadtstaaten Bremen und Hamburg unterzeichnen eine Stahl-Charta. Ziel sei es, "die Kräfte zu bündeln, um einen starken Stahlstandort in Deutschland aber auch darüber hinausgehend in Europa für die Zukunft erhalten zu können", erklärt die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) laut dpa-Meldung. Man brauche einen abgestimmteren und strategischeren Ansatz. Ob eine Charta, die man aus dem Staats- und Völkerrecht kennt, für die Stahlindustrie das geeignete Instrument ist, dürfe allerdings bezweifelt werden, sagen Kritiker.

Stahlintensive Wirtschaftssektoren aus Bahn geworfen
Im laufenden 4. Quartal 2018 sei von einer "deutlichen Expansion der Wirtschaftsleistung" auszugehen, prognostiziert die Deutsche Bundesbank. Hintergrund: Die Zertifizierung von Fahrzeugen nach einem neuen Emissionstestverfahren habe nach Analyse der Währungshüter "tiefe Bremsspuren" bei der industriellen Erzeugung im 3. Quartal hinterlassen. Hinzu komme, dass das boomende Baugewerbe nach den kräftigen Zuwachs im Frühjahr voraussichtlich eine langsamere Gangart einlegt. Wegen sich abzeichnenden Aufholeffekten rechnet die Bundesbank mit einer "deutlichen Expansion der Wirtschaftsleistung" im 4. Quartal.