20.11.18

Stahlpreise und Stahlmarkt: Dienstag, 20. November 2018

Die für Stahlproduzenten wichtigen Metall-Spreads verkleinern sich, was dazu beiträgt, dass die Aktienkurse von ArcelorMittal, Thyssenkrupp und Salzgitter nur eine Richtung kennen: Nach unten. Es ist eine ungemütliche Situation, in der sich die Stahlproduzenten befinden. Sie müssen ihre Verkaufspreise senken, sehen sich aber höheren Einkaufspreisen für Eisenerz gegenüber.

"EU-Stahlproduzenten senken die Preise, um Bewegung in den Stahlmarkt zu bringen", heißt es in einem Marktbericht des Rohstoffdienstes Argus. Die Stahlnachfrage sei saisonal bedingt niedrig bei ausreichenden Lagerbeständen der Stahl-Service-Center. Darüber hinaus gebe es die Sorge, dass die Stahlnachfrage der Automobilindustrie, die in den letzten drei Jahren um 5-6% robust zulegte, sich nun abschwäche.

Der Preis für Eisenerz mit einem Gehalt von 62% steigt mit 76 US-Dollar je Tonne auf ein 2-Wochenhoch. Zwischen März und August 2018 kostete Eisenerz 63-69 Dollar bei einem mittleren Euro-Wechselkurs von 1,18 Dollar. Aktuell kostet der Euro lediglich 1,14 Dollar.

In den Aktienkursen spiegeln sich die eingetrübten Geschäftsaussichten für die Stahlproduzenten längst wider. Anteilsscheine von ArcelorMittal sind seit Jahresbeginn 23% eingebrochen, Thyssenkrupp haben 33% verloren, Salzgitter 35%. Für die deutschen Hüttenbetreiber wird es wegen des Ende des Wirtschaftsaufschwung sicherlich nicht einfacher.

Die durchschnittliche Wachstumsphase Deutschland seit den 1970er-Jahren dauerte gut fünf Jahre. Der aktuelle Aufschwung hält hingegen schon seit neun Jahren an. Hier wird es früher oder später eine Anpassung geben müssen. Die Frage ist somit nicht, ob Deutschland in eine Rezession schlittert, sondern wann: Bereits 2019 oder erst 2020?