05.11.18

Stahlpreise und Stahlmarkt: Montag, 5. November 2018

Der Stahlpreis für warmgewalzten Stahl für Auslieferungen im 1. Quartal 2019 könnte auf 570 Euro je Tonne steigen. Er strebe eine Erhöhung um 20 Euro an, sagt ein hochrangiger Manager eines europäischen Walzstahlproduzenten dem Rohstoffinformationsdienst Argus. Aktuell kostet Warmband 530-550 Euro, wobei Käufer mit größeren Bestellungen für 530 Euro zum Zuge kommen.

Zwar gibt es schlechte Nachrichten von den Stahlverwendern: Italiens Industriesektor schrumpfte im Oktober. Der von IHS Markit erhobene Einkaufsmanager-Index (PMI) fiel zum ersten Mal seit mehr als zwei Jahren unter die wichtige Schwelle von 50 Punkten. Auch die deutschen und französischen PMI's sind schwach. Ihnen droht in den nächsten Monaten ebenfalls ein Unterschreiten der Wachstumsschwelle.

Die Stahlproduzenten könnten aber in der Lage sein über die Angebotsseite gegenzusteuern: Europas Stahllobby wird in der Öffentlichkeit Druck auf die EU-Kommission aufbauen. Im Kern geht es darum die Mitte 2018 beschlossenen vorläufigen Schutzklauselmaßnahmen, mit denen der EU-Stahlmarkt vor Importstahl abgeschottet wird, permanent zu machen und sie "nachzuschärfen".

Darüber hinaus scheint die Gefahr einer türkischen Stahlschwemme gebannt. US-Präsident Trump wird aller Voraussicht die Verdopplung der Strafzölle auf türkischen Stahl demnächst aufheben. Die würde die Stahlschrottpreise steigen lassen und die Kostenbasis der Stahlproduzenten erhöhen, ein gutes Argument, um in der Automobilindustrie höhere Stahlpreise durchzusetzen.

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