13.12.18

Stahlpreise und Stahlmarkt: Donnerstag, 13. Dezember 2018

Das Wirtschaftswachstum in Deutschland dürfte im nächsten Jahr stark genug bleiben, um die Stahlnachfrage hochzuhalten. Zwar senken die Wirtschaftsforscher ihre Wachstumsprognose. Im Mittel rechnen die Experten in diesem und nächsten Jahr allerdings mit ordentlichen Anstiegen des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von gegen 1,5%. Das würde den Stahlproduzenten reichen, um einigermaßen gute Geschäfte zu machen.

Im Fokus steht das Produzierende Gewerbe: "Starke Auftragseingänge in der Automobilindustrie und eine größere Vielfalt von nach der neuen Norm zugelassenen Pkw-Typen deuten aber darauf hin, dass das Expansionstempo der deutschen Industrie im Verlauf des Jahresendquartals wieder Fahrt aufnehmen wird", kommentiert das Bundeswirtschaftsministerium.

Gleichwohl ist das Risiko einer harten Landung der deutschen Wirtschaft nicht vom Tisch. Die größte Sorge bereitet den Industriefirmen der Handelskonflikt zwischen den USA und China. Ein "harter Brexit", also das Ausscheiden Großbritanniens aus der EU ohne Nachfolgevereinbarung kommt an zweiter Stelle. Laut vielen Experten wird auch die Nullzinspolitik noch ihren Tribut kosten.

Auch wenn niedrige Zinsen auf kurze Sicht hilfreich seien, um Konjunktur und Preissteigerungsraten anzukurbeln, würde die Überstimulierung mittel- bis langfristig zu Verzerrungen und zu schwer wieder gut zu machenden Schäden führen, sagt Martin Hüfner, Chefvolkswirt des Schweizer Vermögensverwalters Assenagon (Quelle: Fonds Online).

Ökonomen sorgen sich um die Innovationskraft von Unternehmen. Deren Stellenwert kann man gar nicht hoch genug einstufen kann, weil die deutsche Wirtschaft die demographische Entwicklung durch eine höhere Produktivität ausgleichen wird müssen, um ihr Wachstumsrate über einem Prozent zu halten. Die erforderlichen Produktivitätssteigerung sind nur mit viel Innovationskraft möglich.

Aufgrund niedrigen Zinsen wurden die Unternehmen verwöhnt. Sie kommen extrem günstig und dank gesunkener Vergabestandards der Banken auch sehr leicht an Kredite. Hinzu kommt, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den Euro wegen Ankauf von Staatsanleihen über Gebühr abgeschwächt hat. Darunter leidet die Innovationskraft. Viele Unternehmen kommen auch ganz gut über die Runden, indem sie am Status Quo festhalten.