03.12.18

Stahlpreise und Stahlmarkt: Montag, 3. Dezember 2018

"Die Stimmung im europäischen Stahlmarkt für Warmband ist in dieser Woche wegen geringen Handelsumsätzen negativ geblieben", berichtet Fastmarkets. Es sei unklar, wann die sinkenden Stahlpreise beginnen Käufer anzulocken. In Westeuropa purzelte derweil der Warmbandpreis auf den tiefsten Stand seit über einem Jahr.

Die Verkäufer hoffen mit der Festlegung permanenter Schutzklauselmaßnahmen seitens der EU-Kommission auf einen Umschwung hin zu höheren Preisen. Die Stahlproduzenten pochen auf Einzelregelungen für jedes EU-Land, mit denen Stahlimporte erschwert werden sollen. Dies würde zu einer stärkeren Angebotsverknappung führen als die Mitte 2018 eingeführten vorläufigen Schutzklauselmaßnahmen.

Auch die Konsolidierung der europäischen Stahlindustrie spricht dafür, dass die Produzenten an Preissetzungsmacht hinzugewinnen werden. Im Fokus steht die Übernahme des italienischen Herstellers Ilva durch ArcelorMittal und die Zusammenlegung des europäischen Stahlgeschäftes von Thyssenkrupp mit dem von Tata Steel.

Vor allem unabhängige Stahl-Service-Center werden künftig weniger Auswahl haben und höhere Preise zahlen müssen als in einem stärker fragmentierten Markt. Die für die Stahlproduzenten so wichtige Automobilindustrie bereitet wegen Ordervolumina auf dem Niveau des Vorjahres bisher keinen Anlass zur Sorge.

Ferner macht ein Treffen der deutschen Autobosse mit US-Regierungsvertretern im Weißen Haus Hoffnung. Geplant sind Gespräche mit Wirtschaftsminister Wilbur Ross und dem US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer. Es geht darum zusätzliche Produktionsanlage in den USA zu eröffnen. Im Gegenzug könnte die Trump-Regierung den in Deutschland so gefürchteten Autozöllen eine endgültige Absage erteilen.