Stahl Entwicklung / Stahlmarkt Prognose

28.03.24

Stahl Entwicklung / Stahlmarkt Prognose

Die Stahlpreise reagieren auf steigende Produktion warmgewalzter Erzeugnisse in Deutschland mit fortgesetzter Talfahrt. Der Warmbandpreis sinkt mit 668 Euro je Tonne auf den tiefsten Stand im laufenden Jahr. Fallende Eisenerz- und Kokspreise forcieren die sinkende Stahlpreisentwicklung weniger, attraktive Import-Offers mehr. Der Stahlmarkt ist insgesamt dabei stärker zu werden.

Von einer Flachstahlschwemme, der Käufer fehlen, lässt sich bei 2,85 Millionen Tonnen produziertem Warmband der Hersteller Thyssenkrupp, ArcelorMittal und Salzgitter und anderer nicht sprechen. Obwohl die Erzeugung im Februar 2024 um 8,4% höher war als im Februar 2023, ist das Produktionsvolumen nach wie vor niedrig.

2024 haben die Stahlhersteller in den ersten zwei Monaten um 7,3% mehr Barren und Brammen in Erwärmungsöfen geschoben, auf 1.200 Grad Celsius erhitzt und zu Warmband ausgerollt. Die Rohstahlproduktion dieser Barren, Brammen, Knüppel wurde um 4,6% gesteigert.

"Die Produktion hat nun den zweiten Monat in Folge auf Jahresbasis etwas zugelegt", kommentiert die Wirtschaftsvereinigung Stahl das Zahlenwerk. Die Elektrostahlroute sei "gegenwärtig besonders gebeutelt." Zwar blieb das Produktionsplus per Schrott-Recycling im Herdofen-Verfahren im Februar mit 2,7% unter der Rohstahlproduktion von 5,1% des Sauerstoff-Aufblas-Verfahrens.

Allerdings steigerten die Elektro-Lichtbogen-Ofenbetreiber ihre Produktion seit Jahresbeginn um 5,6%. Sie hatten im Februar "überraschend gut" Stahlschrott gekauft. Neben der um knapp 10% gesteigerten Produktion warmgewalzter Erzeugnissen sind das Hinweise darauf, dass Langstahlhersteller den Knick im Tunnel erreicht haben und etwas Licht sieht. Der Stahlmarkt könnte vor einer Frühjahrsbelebung stehen.

Attraktives Angebot

Viele Stahlkäufer seien vor Ostern in abwartender Haltung. Entsprechend würde der Warmbandpreis sinken, meldet Fastmarkets und verweist, dass sein Spotpreis für Nordeuropa binnen Monatsfrist um 51 Euro je Tonne sank. "Andere Faktoren, die sich weiterhin auf die europäischen Warmbandpreise auswirken, sind niedrigere Preise für Eisenerz und Kokskohle", so der Branchendienst.

Der Preis für Eisenerz mit einem Gehalt von 62% sank seit Jahresanfang von 144 US-Dollar auf 110 Dollar je Tonne (-24%). Der Kokskohlepreis fiel von 326 Dollar auf 275 Dollar (-16%), zeigen Preisentwicklungen des Top-Links Barcharts.

Allerdings handelt es sich um normale Schwankungen, betrachtet man einen längerfristigen 3-Jahreszeitraum. Die Metallmärkte sind volatil. Es geht viel Auf und Ab. Abwärtsdruck auf die Stahlpreise aufgrund von geringeren Beschaffungskosten für Eisenerz und Kohle der integrierten Hüttenwerke dürfte daher begrenzt sein.

Aus der Türkei stammendes Warmband frei Lieferung Italien, inklusive Transportkosten (CFR), wird ab 600 Euro angeboten. Dieser Preis beinhaltet laut Fastmarkets die EU-Schutzzölle. Aufgrund der Nähe zur Türkei und einigermaßen kurzen Lieferzeiten könnte das ein interessantes Angebot für Stahl-Service-Center in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz sein.

Dieser Importstahl würde im Sommer geliefert. Dann werde die Konjunktur anziehen, erwartet der frühere DIW-Wirtschaftsforscher Ferdinand Fichtner. Unternehmensverbände stellten die Situation unfreundlicher dar, als sie ist, um mehr politische Unterstützung zu bekommen, sagt der Top-Volkswirt im Interview dem Magazin Capital.

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