Stahl Entwicklung / Stahlpreis Prognose

11.03.24

Stahl Entwicklung / Stahlpreis Prognose

Einkaufsmanager üben sich in Zurückhaltung, und so lag der durchschnittliche Stahlpreis für warmgewalzten Stahl in Nordeuropa per 7. März 2024 bei 690-710 Euro je Tonne. Hier und da werden 100 Tonnen gehandelt. "Aber im Grunde genommen kauft niemand", sagt ein deutscher Stahlhändler zu Fastmarkets.

Ein deutlicher Rückgang der Stahlpreisentwicklung steht wegen fehlendem Preisdruck von der Importschiene nicht zur Debatte. Lange Lieferzeiten und EU-Schutzklauseln untergraben die Planungssicherheit zu stark. Braucht man Stahl, der zuverlässig und schnell geliefert wird, bestellt man bei heimischen Stahlproduzenten.

Damit Stahlhändler ihren gegenwärtigen Modus Lagerabbau statt neue Bestellungen beenden, wollen sie ein tieferes Preisniveau sehen. 650 Euro für Warmband wird oft als Preis genannt, zu dem sie kaufen und Lager aufstocken wollen.

Preisentwicklung Hot Rolled Coil mit eingezeichneter Stahl Prognose

Rapide am sinken ist der Stahlpreis für amerikanisches Warmband. Verarbeitendes Gewerbe und der Bau starteten schwach ins Jahr. Warmband kostete mit 815 US-Dollar je Short Tonne (907,185 kg) per 4.März 2024 so wenig wie zuletzt Anfang November 2023.

Aktuell ist das zumeist in Elektrohochöfen hergestellte US-Warmband laut Steel Market Update um 4,9% teurer als importiertes Warmband inkl. Fracht- und Transportnebenkosten. Vor zwei Monaten, bei Stahlpreisen von 1.146 Dollar je Tonne (1.000 kg) bzw. 1.263 Dollar je Short Tonne, waren es 27%.

Für die deutsche Stahlindustrie sind die Vereinigten Statten nach der EU der wichtigste Abnehmer für Walzstahlexporte. Der Erdrutsch der US-Stahlpreise ist zwar aufgrund der niedrigen Exportmengen, die über den Atlantik gehen, nur ein kleiner Schlag. Das Fehlen der Option von den heimischen Käufern nicht abgerufene Mengen in den US-Export zu geben, tut dennoch etwas weh.

Wann springt der Konjunkturmotor an?

Einkaufsmanager stahlverarbeitender Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks beobachten Folgendes: Die Verkaufspreise für ihre Waren fallen stärker als die Einkaufspreise für Vorerzeugnisse wie Stahl. Der ISM-Index zeigte im Februar mit 47,8 Punkten einen Schrumpfkurs für die US-Industrie an. Der PMI-Index für Deutschland war mit 42,5 Punkten noch weiter weg von der bei 50 Zählern beginnenden Wachstumsschwelle.

"Die geringere Bedarf an Rohmaterialien ließ auch die Einkaufspreise weiter fallen", steht im Einkaufsmanager-Bericht (PMI) von BME, HCOP und S&P Global für Deutschland. Bei den Nachbarn hat die Industrie bereits Tritt gefasst, zeigen die Umfragergebnisse und PMI-Entwicklung des Euroraums.

"Der Indexrückgang war diesmal ausschließlich auf Deutschland - die größte Volkswirtschaft der Eurozone - zurückzuführen, wo der stärkste Wachstumsrückgang seit vier Monaten zu verzeichnen war."

Das ist ein Hinweis auf eine übertrieben pessimistische Stimmung in Deutschland. Stahlkäufer, oft ohne Bestellgewicht, treffen gegenüber den Branchendiensten tiefe Stahlpreis Prognosen und fordern bereits das Abschalten von Hochöfen.

Auch die deutsche Wirtschaft ist dabei sich zu erholen. Der deutsche Aktienindex (Dax) klettert fast täglich auf neue Rekordstände. Der Markt läuft der Konjunktur sechs bis neun Monate voraus. Demzufolge wird ein kräftiger Wirtschaftsaufschwung im späteren Jahresverlauf stattfinden.

Der aktuelle fallende Stahlpreis kann als eine Unterbrechung des Ende Oktober 2023 begonnenen Aufwärtstrends eingeordnet werden. Er ist kein Grund, die Annahme auf eine Fortsetzung dieses Trends, der einen Anstieg auf 850 Euro bis Oktober 2024 anzeigt, abzuändern.

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