21.05.13

Springt der Funke auf die Stahlkonjunktur jetzt über?

Die Stahlpreise für Betonstahl waren im April 2013 um 10,5 Prozent niedriger als im April 2012, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Der Rückgang dürfte durch die Beeinträchtigung der Bautätigkeit im Winter forciert worden sein. Hinzu kommt eine von Überkapazitäten und billigem Importstahl gezeichnete Stahlindustrie.

Für Deutschland hat sich nach Einschätzung der Bundesbank das Konjunkturbild deutlich aufgehellt. "Für das zweite Quartal 2013 ist mit einer Verstärkung des Wirtschaftswachstums zu rechnen", schreibt die Notenbank in ihrem aktuellen Monatsbericht. Die Bundesbank rechnet mit Nachholeffekten wegen des langen Winters. Darüber hinaus mache der industrielle Auftragseingang Hoffnung.

Was für Betonstahl das Bauhauptgewerbe ist, ist für die Stahlpreise für Warmbreitband die Automobil- und Ausrüstungsgüterindustrie. In Deutschland sanken die Stahlpreise für warm gewalzten Stahl zur direkten Verwendung im April um 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Bei der monatlichen Stahlpreisentwicklung errechneten die Statistiker hingegen einen Anstieg um 0,3 Prozent.

Der wirtschaftliche Aufschwung Deutschlands steht jedoch auf wackeligen Füßen. "Angesichts der schlechten Wirtschaftslage in weiten Teilen des Euro-Raums sowie bestehender Probleme im Zusammenhang mit der Staatsschuldenkrise bleiben die gesamtwirtschaftlichen Risiken allerdings hoch", warnt die Bundesbank.

Trotz des monatlichen Anstiegs der Stahlpreise für Warmbreitband liegen die aktuellen Preise um 2,24 Prozent unter denen des Vorjahres. Der vom Statistischen Bundesamt erstelle Index notiert bei 100,2 Punkten. Der Jahresdurchschnitt 2012 belief sich auf 102,5 Zähler.