29.11.18

Stahlpreise und Stahlmarkt: Donnerstag, 29. November 2018

Auf dem europäischen Stahlmarkt für Warmbandprodukte gebe es Anzeichen für eine Bodenbildung. Stahlhändler berichteten über steigende Auftragseingänge. Hintergrund: Die Käufer seien besorgt über die Verhängung von permanenten Schutzklauselmaßnahmen durch die EU-Kommission. Warmband-Verkäufer forderten 540 Euro je Tonne ab Ruhr, meldet Argus.

Das Niedrigwasser des Rheins führt zu zusätzlichen Kosten für die Stahlproduzenten, als der Transport über Straße, Schiene oder halbbeladene Binnenschiffe recht teuer ist. Dies dürfte dazu beitragen, dass sich Unternehmen wie Thyssenkrupp und Salzgitter sich gegenüber der Käuferseite in Preisverhandlungen standhafter zeigen.

Von einer Entspannung für die Stahlbranche kann aber keine Rede sein. Es gibt drei Unsicherheitsfaktoren:
  1. China hat 2018 über den Bedarf hinaus produziert, und so werden chinesische Produzenten versuchen ihren Stahl im Ausland loszuwerden.
  2. Präsident Trump droht den europäischen Autoherstellern. Hintergrund ist die Ankündigung von General Motors 15.000 Stellen zu streichen und Werksschließungen vorzunehmen. Sonderzölle auf ausländische Autos seien zu prüfen. Es würden mehr Autos in den USA gebaut, wenn es einen Einfuhrzoll von 25 Prozent gäbe, twittert Trump.
  3. Das Wirtschaftswachstum Europas ist gegenüber dem Vorjahr spürbar zurückgegangen. Im Moment ist noch nicht absehbar, ob noch mehr Konjunkturdynamik entweicht oder sich die Wachstumsrate in Deutschland und der Eurozone bei etwa 1,5% stabilisiert.