08.11.19

Stahlpreise und Stahlmarkt: Freitag, 8. November 2019

Thyssenkrupp dementiert Gerüchte, wonach man kurz davor stehe, die Produktion eines Hochofens in Duisburg zu stoppen. "Derzeit ist nicht geplant, einen unserer Hochöfen abzuschalten", sagt ein Unternehmenssprecher gegenüber Argus. Sie könnten auch die Produktion ihrer vier Hochöfen drosseln, statt einen komplett abzuschalten, meinen Marktteilnehmer.

Auf dem deutschen Walzstahlmarkt gebe es aufgrund der anhaltenden Trägheit der Automobilindustrie einen heftigen Lagerbestandsabbau. "Ein großer Abnehmer reduzierte seinen Lagerbestand von rund 220.000 bis 240.000 Tonnen auf 160.000 Tonnen", berichtet Argus. Die Wahrscheinlichkeit einer Stabilisierung von Stahlmarkt und Stahlpreisen sei in Nordeuropa nicht so klar erkennbar wie in Südeuropa.

Vor diesem Hintergrund darf man nicht ausschließen, dass Thyssenrkupp doch noch einen Hochofen abschaltet, zumal der Konzernsprecher sein Dementi mit "derzeit" versieht. In Zukunft kann es also anders aussehen. Es wäre nicht das erste Mal, dass das obere Management von Thyssenrkupp etwas verspricht, was es nicht halten kann.

Demnächst beginnen die Verhandlungen mit den großen Autoherstellern. Das wird für die Stahlproduzenten schmerzhaft. Im Raum stehen Senkungen der Verkaufspreise von 80-100 Euro je Tonne. Hintergrund ist der Preisverfall. Vor einem Jahr hatten Stahlproduzenten für Warmband im Schnitt 535 Euro je Tonne erlöst. Aktuell sind es 120 Euro weniger.

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Stahlpreis Prognose 2020: 430-460 Euro/Tonne für Warmband

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