24.11.16

Stahlpreise und Stahlmarkt: Donnerstag, 24. November 2016

Metallpreise: Rallye geht weiter
Der Kupferpreis klettert auf 5.854 US-Dollar (5.523 Euro) je Tonne. Er hat sich damit in der laufenden Woche um 6% verteuert. Entsprechend kommt es auch zu einem steilen Anstiegs des Kupferschrottpreises. Schrotthändler zahlen für Millberry im Schnitt 4,68 Euro je Kilogramm - nach 4,43 Euro/kg zu Wochenbeginn.

Noch beeindruckender ist die Preisentwicklung von Zink, das Stahlproduzenten benötigen, um Stahl vor Korrosion (Rost) zu schützen. Der Zinkpreis steigt auf 2.572 Dollar (2.426 Euro). Das ist der höchste Stand seit acht Jahren. Für Zinkschrott ohne Anhaftungen, wie man ihn beispielsweise in unlackierten Dachrinnen findet, erlöst man auf dem Schrottplatz bis zu 1,54 Euro/kg - nach 1,20 Euro zu Monatsbeginn.

Wie groß ist der Stahlhunger der deutschen Wirtschaft?
"Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist weiterhin gut", berichtet der Präsident des Münchener Ifo-Instituts, Clemens Fuest. Analysiert man den Ifo-Geschäftsklimaindex unter dem Gesichtspunkt der zu erwartenden Stahlnachfrage der Unternehmen, ergibt sich ein gemischtes Bild. Im Verarbeitenden Gewerbe gab es einen kleinen Dämpfer. Das für die Stahlnachfrage wichtige Bauhauptgewerbe boomt hingegen. Hier ist das Geschäftsklima auf einem Rekord.

Stahlpreis-Anstieg kommt zu spät
Der steile Anstieg der Stahlpreise geht sich für Thyssenkrupp nicht mehr aus. Die Umsatzerlöse sanken im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr um 8% auf 39,3 Milliarden Euro, teilt das Unternehmen mit. Analysten blicken mit Sorge auf die hohen Schulden. Das Verhältnis Schulden zu Eigenkapital steigt um 30% auf 134%. Ein Anstieg der Marktzinsen, die die Notenbanken bisher tief halten, könnte Thyssenkrupp vor große Probleme stellen.

Der Stahlpreis für das Benchmark-Produkt Warmband hat sich seit Ende September in Westeuropa von 445 Euro auf zuletzt 481 Euro je Tonne erhöht. Auch die bereits über den Frühling und Sommer kräftig gestiegenen Stahlpreise spiegeln sich wegen bestehender Lieferverträge, die oft abgeschlossen wurden, als Stahl deutlich günstiger war, noch nicht vollständig in den Zahlen von Thyssenkrupp wider.