15.11.17

Stahlpreise und Stahlmarkt: Mittwoch, 15. November 2017

Deutschland ist in einer nicht enden wollenden Hochkonjunktur. Die von Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erhobenen Konjunkturerwartungen sind im November erneut gestiegen. "Der Ausblick für die deutsche Wirtschaft ist nach wie vor erfreulich positiv", kommentiert ZEW-Chef Achim Wambach. Deutschland profitiert vom kräftigen Wachstum Europas. Sowohl in der EU als auch in der Eurozone stieg die Wirtschaftsleistung im 3. Quartal 2017 um 0,6% gegenüber dem Vorquartal, teilt Eurostat mit.

Aufgrund der entfesselten Wachstumskräfte dürfte es sich beim dem Rückgang der Industrieproduktion in der EU um 0,5% im September um einen Ausreißer handeln. Die letzten Einkaufsmanager-Daten und das ifo-Geschäftsklima deuten daraufhin, dass Unternehmen im Schlussquartal ihre Ausbringungen aufgrund prall gefüllter Auftragsbücher deutlich steigern werden. "Die Wahrscheinlichkeit, dass Deutschland in den nächsten drei Monaten eine Rezession erlebt, hat erneut abgenommen und ist äußerst gering", sagt das IMK-Wirtschaftforschungsinstitut in einer heutigen Aussendung.

Stahlkonjunktur

Gemäß dem Konjunkturausblick des europäischen Stahlverbandes Eurofer wird sich 2018 die Wirtschaftsleistung der EU im 1,9% erhöhen, während für die Ausbringungen des stahlverarbeitenden Sektors ein Anstieg von ebenfalls 1,9% veranschlagt wird. Die robuste Wirtschaftsentwicklung deutet darauf hin, dass bei Wachstum und Output nächstes Jahr auch eine zwei vor den Komma stehen sollte, wovon die Stahlproduzenten stark profitieren würden.

"Die europäischen Stahlproduzenten erfahren die besten Marktbedingungen seit acht Jahren. (...) Wir glauben, dass die robuste (Gewinn-) Margensituation auf absehbare Zeit anhalten wird", zitiert Platts aus einem Stahlmarkt-Report der US-Investmentbank Jefferies. Bei den starken Quartalszahlen, die die Stahlproduzenten ArcelorMittal, Salzgitter und Voestalpine zuletzt vorlegten, dürfte es sich demnach nicht um eine Eintagsfliege handeln.