25.01.18

Stahlpreise haben wegen Industrie-Boom Grund zu steigen

Die Wachstumsampeln sind dunkelgrün: Die stahlintensiven Bereiche der deutschen Wirtschaft befinden sich in einer Hochkonjunktur. "Im Verarbeitenden Gewerbe ist der Index auf einen neuen Rekordwert gestiegen. Dies gilt auch für die aktuelle Lage, welche von den Industriefirmen noch nie so gut beurteilt wurde", berichtet das ifo-Institut.

Vom Baugewerbe wird ebenfalls kräftig Stahl nachgefragt. Allerdings ist die Lage nicht mehr so gut wie im letzten Jahr, was Experten darauf zurückführen, dass der Bedarf an vom Staat finanzierten Unterkünften wegen abgebremster Migrationsentwicklung nicht mehr so hoch ist. Im privaten Bausektor ist die Lage aber weiterhin auf Expansion ausgerichtet.

Die Auftragsbücher der Baufirmen seien nach wie vor gut gefüllt, heißt es im gerade erschienen Monatsbericht der Deutschen Bundesbank. "Für die deutschen Industriebetriebe ist die Auftragslage derzeit ausgesprochen günstig, und die Impulse sind breit angelegt. Die deutsche Wirtschaft expandiert weiter mit ausgesprochen hohem konjunkturellen Grundtempo", meldet die Bundesbank.

"Angesichts der anhaltend starken Nachfrage nach Rohstoffen und den daraus resultierenden Lieferengpässen kletterten die durchschnittlichen Einkaufspreise in der Industrie so kräftig wie seit knapp sieben Jahren nicht mehr", berichten Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) und IHS Markit.

Die von den beiden Instituten erhobenen Einkaufsmanager-Daten für Januar könnten Stahlproduzenten zum Anlass nehmen, die Stahlpreise zu erhöhen. Der kräftige Konjunkturaufschwung hat bisher nur einen sehr geringen Niederschlag in den Stahlpreisentwicklungen gefunden. So lag beispielsweise der durchschnittliche Stahlpreis für Warmband in Westeuropa zuletzt bei 543 Euro je Tonne und damit nur unwesentlich höher als im September 2017 (538 Euro).

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