26.10.14

Kann Europas Stahlindustrie die EU-Klimaziele bewältigen?

Die europäische Stahlindustrie sieht ihre Existenz bedroht. Hintergrund sind die auf dem europäischen Energie- und Klimagipfel anvisierten Ziele. ArcelorMittal fordert Nachbesserungen der jüngsten EU-Beschlüsse. Der europäische Stahlverband Eurofer sagt hingegen, dass das Abkommen Chancen für Wachstum und Arbeitsplätze biete.

"Die vorgesehene Kürzung der Emissionsrechte um 43 Prozent bis 2030 würde für die Stahlindustrie in Deutschland trotz Fortsetzung der kostenfreien Zuteilung zu untragbaren Kosten für den Erwerb von Zertifikaten von jährlich bis zu 1,4 Milliarden Euro führen", betont Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl.

Aditya Mittal, Chef von ArcelorMittal Europe, warnt gar vor einem Niedergang der europäischen Stahlindustrie, falls die Ziele auf dem europäischen Energie- und Klimagipfel umgesetzt werden.

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"Das neue Rahmenwerk ist extrem herausfordernd für die europäische Industrie vor dem Hintergrund das es ähnliche Beschränkungen für unsere weltweiten Wettbewerber nicht gibt", kommentiert Axel Eggert, Generaldirektor des europäischen Stahlverbandes Eurofer. "Das klare Bekenntnis der Staatschefs zu Schutzmaßnahmen für die effizientesten Werke ist aber ein positives Signal für Investitionen, Wachstum und Arbeitsplätze in Europa, fügt Eggert an.

Für Stahlunternehmen, die in neue Technologien und Hochqualitätsstahl investieren, seien die Beschlüsse des EU-Klimagipfels nicht so schlecht, wie auf den ersten Blick, sagen Beobachter. Die europäische Stahlindustrie müsse ohnehin mehr auf Qualität und Service setzen (z:B. ihren Kunden das Lagergeschäft abnehmen, individuellere Zahlungsmöglichkeiten anbieten), weil man gegen Chinas Massenproduktion keine Chance habe.