20.10.15

Stahlpreis Prognose für Europa besser als für USA, China

Die Stahlpreise in Europa liegen nicht mehr so deutlich unter denen in den Vereinigten Staaten. Der durchschnittliche Verkaufspreis für im Mittleren Westen der USA hergestelltes Warmband sinkt um 10 Dollar auf 430 Dollar pro Tonne, meldet "The Steel Index". Bei einem aktuellen Euro-Wechselkurs von 1,13 Dollar ergibt sich ein Stahlpreis von 381 Euro. Damit ist US-Warmband lediglich 38 Euro pro Tonne teurer als in Nordeuropa

Von nordeuropäischen Stahlkonzernen hergestelltes Warmband kostet aktuell 343 Euro. In Südeuropa sind es 320 Euro. Zu Jahresbeginn war amerikanisches Warmband noch um bis zu 113 Euro teurer. Anfang Januar 2015 lag US-Warmband bei 601 Dollar bzw. 501 Euro (damaliger Euro-Wechselkurs = 1,20 Dollar). In Nordeuropa kostete Warmband seinerzeit 402 Euro, in Südeuropa 388 Euro.

Zum Thema: Diagramme Stahlpreisentwicklung (Euro pro Tonne)

Das Zusammenlaufen der europäischen und amerikanischen Stahlpreise ist ein Indiz dafür, dass sich die Wirtschaft in Europa erholt. Ferner dürften sich die Preise wegen der schwachen US-Industriekonjunktur weiter annähern. Hinzu kommen überdurchschnittlich hohe Lagerbestände in amerikanischen Stahl-Service-Centern und bei Endkunden.

Auch in China läuft es nicht mehr so rund wie zu Jahresbeginn. Die Industrieproduktion lag im September 2015 zwar um 5,7% höher als im September 2014, teilt die Statistikbehörde des Landes mit. Ökonomen hatten allerdings mit einer Zunahme von 6,0% gerechnet. Ferner kühlte sich das Wachstum in China zum ersten Mal seit 2009 auf unter 7% ab. Die jährliche Wachstumsrate blieb mit 6,9% unter dem Ziel der Regierung in Peking.

Der an der Warenterminbörse in Shanghai gehandelte Baustahl-Kontrakt, den viele Analysten als Indikator für den Zustand der chinesischen Stahlindustrie heranziehen, sinkt von Rekordtief zu Rekordtief. Der meistgehandelte Januar-2016-Kontrakt liegt aktuell bei 1.828 Yuan (254 Euro) pro Tonne. Zu Jahresbeginn 2015 waren es noch 2.593 Yuan (345 Euro).