27.03.17

Stahlpreise und Stahlmarkt: Montag, 27. März 2017

Stahlindustrie verteidigt Schutzzoll-Lobbyismus
Die EU-Schutzzölle auf Importstahl seien "bitter nötig" gewesen, sagt Salgitter-Chef Heinz Jörg Fuhrmann. "Denn zwischenzeitlich war das mittel- bis langfristige Überleben der europäischen Stahlindustrie gefährdet." Stahlverarbeitenden Unternehmen geht der steile Anstieg der Stahlpreise hingegen zu schnell. Sie haben ihren Unmut darüber bereits kundgetan. In Westeuropa kletterte der Stahlpreis für Warmband von 321 Euro im im Dezember 2015 auf 572 Euro im März 2017 (+78,2%).

Hohe Stahlpreise
Der Handelsumsätze mit warmgewalzten Stahl in den Niederlanden seien ordentlich, berichtet die Metallberatungsgesellschaft MEPS. Die Stahlwerke haben angedeutet, ab Juni eine Preiserhöhungen von 10 Euro je Tonne durchsetzen zu wollen. Darüber hinaus gebe es eine "gesunde Nachfrage" nach kaltgewalztem Stahl. Wie in Deutschland ist auch in den Niederlanden das Angebot von verzinkten Blechen knapp. Entsprechend sind die Stahlpreise für feuerverzinkte Stähle hoch.

Industriemotor läuft auch Hochtouren
In den stahlintensiven Bereichen der deutschen Wirtschaft ist Lage ausgezeichnet. Im Verarbeitenden Gewerbe ist die Stimmung so gut wie zuletzt vor sechs Jahren, teilt das ifo-Institut mit. Der Geschäftsklimaindex für das Bauhauptgewerbe klettert nach Rückgängen zu Jahresbeginn im März auf den höchsten Stand seit 1991.

Kupferpreis geht auf die Bretter
Der Kupferpreis fällt 3% auf 5.709 US-Dollar (5.238 Euro) je Tonne. Infolge sinkt der Kupferschrottpreis (Millberry) von 4,64 Euro je Kilogramm auf 4,58 Euro/kg. Donald Trump ist mit seiner Gesundheitsreform gescheitert. Am Rohstoffmarkt hegt man nun Zweifel, ob der US-Präsident imstande ist, seine vollmundig angekündigten Infrastrukturprogramme durch den Kongress zu bringen. In den drei Monaten nach dem Wahlsieg von Trump kletterte der Kupferpreis von 5.334 Dollar (4.849 Euro) auf 6.144 Dollar (5.796 Euro).