11.10.17

Stahlpreise und Stahlmarkt: Mittwoch, 11. Oktober 2017

EU-Stahlpreise vor steilem Anstieg?!
Die von der EU verhängten Strafzölle auf warmgewalzten Stahl von Stahlproduzenten aus Brasilien, Iran, Russland und Ukraine dürften die europäischen Stahlpreise stützen. Es werde weniger Importstahl in die EU kommen, was die Position der heimischen Produzenten stärke, zitiert Metalbulletin einen Vertreter eines italienischen Stahl-Service-Center. "Momentan sind die (Stahl-)Preise stabil, allerdings bestehen EU-Stahlproduzenten auf höhere Preise", so der Experte.

Der Stahlpreis für Warmband aus westeuropäischen Hochöfen kletterte Ende September laut Steel Benchmarker auf 541 Euro je Tonne. Damit hat sich die Stahlpreisentwicklung seit Jahresmitte, als sie bei 487 Euro war, um 11% nach oben bewegt. Trotz der neuen EU-Strafzölle sehen viele Marktteilnehmer höhere Stahlpreise skeptisch. So hatte unlängst die Metallberatungsgesellschaft MEPS Preisrückgänge für Lang- und Flacherzeugnisse für das 4. Quartal 2017 in Aussicht gestellt.

Nächstes Jahr könnten es die Stahlproduzenten dann leichter haben, höhere Stahlpreise durchzusetzen. Der Internationale Währungsfonds (IMF) hat gerade seine Wachstumsprognosen für die Weltwirtschaft auf 3,6% in 2017 und 3,7% in 2018 nach oben gesetzt. Deutschland wird der IWF-Prognose zufolge 2018 um 1,8 Prozent wachsen, die Eurozone um 1,9%. Das sind jeweils 0,2% mehr als noch im Juli vorhergesagt.

Wenn du nicht mehr weiter weißt, bilde einen Arbeitskreis
Deutschlands scheidende Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries lädt zum Welt-Stahl-Gipfel nach Berlin ein. Sie will Amerikaner und Chinesen ins Gebet nehmen. "Wir wollen gemeinsam diskutieren, wie wir Überkapazitäten auf den Weltmärkten verhindern und fairen Wettbewerb garantieren können. Unser Ziel ist, neue Strafzölle für unsere Unternehmen zu verhindern", sagt ihr Staatssekretär Matthias Machnig der Wirtschaftswoche. Die Konferenz findet im Lichte einer rekordhohen Rohstahlproduktion Chinas und der Androhung von massiven Stahl-Strafzöllen der Trump-Regierung statt.