06.11.17

Stahlpreise und Stahlmarkt: Montag, 6. November 2017

Stahlnachfrage steigt 2017 und 2018
"Anziehende Investitionen und robuste Exporte stärken die Geschäfte des Stahlsektors in der EU", berichtet der europäische Stahlverband Eurofer. Für 2017 rechne man mit einem Anstieg der EU-Stahlnachfrage um 2,3%. Die Stahlnachfrage werde aller Voraussicht nach ihre schrittweise Erholung in 2018 fortsetzen. Der Ausblick ist allerdings nicht frei von Abwärtsrisiken, als Stahlimporte den europäischen Stahlproduzenten das Leben schwer machen würden, fügt Eurofer hinzu.

Weltweite Stahlproduktion steigt deutlich
Die weltweite Rohstahlproduktion war im September 2017 um 5,6% höher als im September 2016. Insgesamt wurden 141,4 Millionen Tonnen Rohstahl produziert, meldet der Weltstahlverband Wordsteel. Die Stahlproduzenten in der EU erzeugten 13,79 Millionen Tonnen (+2,7%). Auf Chinas Konto ging mit 71,83 Millionen Tonnen (+5,3%) die Hälfte des Stahlausstoßes. Die Kapazitätsauslastung der Stahlindustrien in den 67 Ländern, die an Worldsteel berichtet, erhöhte sich um 2,8% auf 73,5%.

Industriekonjunktur so stark wie vor zehn Jahren
Die deutsche Industrie hat im September mehr Aufträge an Land gezogen als erwartet. Der Auftragseingang legte um 1% zu. "Die Bestelltätigkeit übertraf damit in den letzten beiden Monaten das Auftragseingangsvolumen, welches zum Ende des Jahres 2007 vor Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzkrise erreicht wurde", meldet das Statistische Bundesamt. "Das verbesserte Geschäftsklima in der Industrie deutet darauf hin, dass sich der Aufschwung im Verarbeitenden Gewerbe fortsetzen wird", kommentiert das Bundeswirtschaftsministerium.

Wirtschaftsboom in der Eurozone
In der Eurozone gibt es einen Konjunkturboom: Das vom ifo-Institut erhobene Wirtschaftsklima klettert im 4. Quartal 2017 auf einen Rekordstand. Das letzte Mal war die Stimmung im Herbst 2000, kurz vor dem Platzen der New Economy-Blase, so gut gewesen. Der Aufschwung dürfte sich in den kommenden Monaten fortsetzen. Allerdings sei mit einer Abschwächung der Geschwindigkeiten, mit denen die Euroländer ihre Wirtschaftsleistung steigerten, zu rechnen, erläutert ifo-Chef Clemens Fuest.