02.02.18

Zur Lage auf dem Stahlmarkt im Februar 2018

Das kräftige Wachstum im Produzierenden Gewerbe heizt die Stahlnachfrage an. Die Lieferzeiten der Stahlwerke erhöhten sich. Überdies sei Importstahl zu attraktiven Preisen kaum verfügbar. Die Verkaufspreise für Flachstahlerzeugnisse für das 2. Quartal 2018 lagen über denen vom Dezember 2017, fasst die Metallberatungsgesellschaft MEPS die Lage auf dem deutschen Stahlmarkt zusammen.

ArcelorMittal hat in dieser Woche starke Zahlen vorgelegt. Die Geschäfte sind im vergangenen Jahr so gut gelaufen wie seit sechs Jahren nicht mehr. 2018 wird die Luft allerdings dünner, signalisiert der sinkende Aktienkurs des Weltmarktführers, obwohl der weltweite Stahlbedarf im laufenden Jahr nach Einschätzung von ArcelorMittal um 1,5 bis 2,5% steigen wird.

Indes fordert die US-Stahlindustrie Präsident Trump erneut auf Importbeschränkungen zu verhängen. Er sei zuversichtlich, dass Trump nach der Verhängung von Importzöllen auf Waschmaschinen und Solarpanelen auch im Bereich von Stahl wirkungsvolle Maßnahmen ergreifen werde, sagt Philip Bell, Chef der Steel Manufacturers Association (SMA). Der US-Ableger von ArcelorMittal unterstützt die Forderung.

Verhängt Trump Strafzölle auf Importstahl, könnte chinesischer Stahl nach Europa umgelenkt werden, befürchtet die Wirtschaftsvereinigung Stahl. Das würde zu sinkenden Stahlpreisen und Gewinnmargen bei Unternehmen wie Thyssenkrupp und Salzgitter führen. Die EU-Kommission müsste dann wohl versuchen, den EU-Stahlmarkt noch stärker abzuschotten.

Stahl-Service-Center in Deutschland seien dabei ihre Lagerbestände aufzustocken. Die Stahlproduzenten wollten bei ihren Kunden höhere Preise durchsetzen, berichtet MEPS. Die Stahlpreise könnten somit auch wegen der saisonal guten Lage auf dem Stahlmarkt stärker steigen als üblich. Kaltgewalzter Stahl aus EU-Hochöfen hat sich zuletzt laut Metalbulletin um 10-20 Euro je Tonne verteuert.