06.10.14

Sinkender Weltstahlindex bestätigt IWF-Wachstumswarnung


Der Weltstahlindex ist zum vierten Mal in Folge gesunken. Dass die Weltwirtschaft nicht so stark wachsen wird, wie ursprünglich prognostiziert, räumt nun die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, ein. Derweil dünnen sich Auftragsbücher in der deutschen Industrie viel schneller aus als gedacht.

Die durchschnittlichen Stahlpreise für Lang- und Flacherzeugnisse in Europa, Nordamerika und Asien sanken von 704 Dollar im August 2014 auf 696 Dollar pro Tonne im September 2014, wie die Metallberatungsgesellschaft MEPS mitteilte. Seit Mai 2014, als der MEPS Weltstahlindex noch bei 720 Dollar gestanden hatte, sind die Preise ununterbrochen gefallen.

Ein Grund dafür dürfte die Verlangsamung des weltweiten Wachstums sein. Die konjunkturelle Erholung sei schwächer als man vor sechs Monaten angenommen hatte, sagte Lagarde. Langfristig könne es auf eine festgefahrene Lage mit niedrigen Wachstumsraten hinauslaufen.

In Deutschland sanken die Auftragseingänge in der Industrie im August um 5,7 Prozent, meldete das Bundeswirtschaftsministerium heute. Der Rückgang fiel doppelt so stark aus wie von Volkswirten erwartet.

In Anbetracht der Abnahme des Weltstahlindex haben auch die zuletzt gestiegenen europäischen Stahlpreise eine Pause eingelegt. Sowohl in Nord- als auch in Südeuropa treten die Preise auf der Stelle. Ausnahmen sind Grobblech, das in Südeuropa um 9 Euro auf 521 Euro pro Tonne steigt sowie verzinkter Flachstahl, der in Nordeuropa um 7 Euro auf 546 Euro fällt.