19.09.16

Stahlpreise und Stahlmarkt: Montag, 19. September 2016

Neue Importstahl-Schwemme?
Die Stahlpreise für das Benchmark-Produkt Warmband laufen in Europa und China auseinander. In Westeuropa kletterte der Warmbandpreis in den letzten eineinhalb Monaten von 413 Euro auf 445 Euro je Tonne, wie Preisdaten von "Steel Benchmarker" zeigen. In China fiel der Anstieg von 304 Euro auf 312 Euro sehr viel geringer aus. Das Auseinanderdriften ist ein erstes Warnzeichen für eine Verlangsamung der Stahlpreis-Rallye. Stahlverarbeitende Unternehmen könnte wieder verstärkt auf günstigeren Importstahl ausweichen.

Deutsche Wirtschaft kühlt sich ab
"Nach der recht kräftigen Expansion im Frühjahr dürfte die deutsche Wirtschaftsleistung im dritten Vierteljahr 2016 etwas langsamer zunehmen", schreibt die Bundesbank in ihrem neuen Monatsbericht. Die Währungshüter sprechen von einer "merklichen Eintrübung der Stimmung bei den Unternehmen". Die Industrie komme nicht auf Touren. Die Bauwirtschaft sei hingegen auf Expansionskurs. Allerdings ist ihr Anteil an der gesamtwirtschaftlichen Leistung recht gering.

Kupferpreis: Rückkehr über 5.000 Dollar?
Der weiter steigende Kupferpreis deutet auf eine Erholung der Weltkonjunktur hin. Das Industriemetall kostete zuletzt 4.770 US-Dollar je Tonne nach 4.573 Dollar vor Wochenfrist. Sollte die US-Notenbank (Fed) am Mittwoch wieder einmal darauf verzichten ihren Leitzins anzuheben, könnte der US-Dollar am Devisenmarkt unter die Räder kommen. Wenn das geschieht, kommt es häufig zu einem Anstieg der Rohstoffpreise. Kupfer hätte dann die Möglichkeit über 5.000 Dollar zu steigen. So teuer war es zuletzt Ende April 2016.