19.09.17

Stahlpreise und Stahlmarkt: Dienstag, 19. September 2017

Lippenbekenntnisse zum Stahlstandort Deutschland
"Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Tradition des Stahls auch im 21. Jahrhundert in Deutschland und im Saarland fortgesetzt werden kann", sagte Angela Merkel auf einer Wahlkampfveranstaltung in Dillingen. Die Kanzlerin mahnte faire Handelspraktiken auf dem internationalen Parkett an, wohl wissend, dass auf dem deutschen Stahlmarkt die Fairness zwischen Stahlproduzenten und Stahlverarbeitern angesichts Ermittlungen über die Bildung eines Stahlkartells zu wünschen übrig lässt.

Der frühere Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel geht etwas tiefer in die Materie: "Es geht erst mal darum, dass die Arbeitnehmervertreter sicher sein müssen, dass sie in die Debatten des Managements eingebunden werden, und dass man jetzt keine schnellen Entscheidungen trifft, die vielleicht nur finanzmarktgetrieben sind", sagt Gabriel mit Blick auf das geplante Zusammengehen von Thyssenkrupp und Tata Steel. Dass in Deutschland Wahlkampf herrscht, sieht man an Gabriels Forderung die Montan-Mitbestimmung zum Weltkulturerbe der Unesco erklären zu lassen. (Quellen: dpa, WAZ)

Verunsicherte Stahlarbeiter
Dem Aufsichtsrat von Thyssenkrupp soll bei einer Sitzung am Wochenende eine Rahmenvereinbarung über eine Zusammengehen von Thyssenkrupps Stahlsparte mit Tata Steel vorgelegt werden, berichtet das Magazin "Spiegel". Die technischen Details, z. B. mit welcher Belegschaftsstärke der neue Stahlkonzern an den Start gehen wird, würden erst bis Anfang des nächsten Jahres festgelegt. Die Verunsicherung der Arbeitnehmer bei Thyssenkrupp dürfte somit hoch bleiben.

Großer Stahlhunger der deutschen Wirtschaft
Die Konjunktur in Deutschland hat nach einem leichten Dämpfer im August im September wieder einen Gang hochgeschaltet, zeigt eine Erhebung des Zentrums für Europäischen Wirtschaftsforschung (ZEW). Die lebhafte Industriekonjunktur fungiere als eine "wichtige Triebfeder" des Wachstums, stellt die Bundesbank in ihrem aktuellen Monatsbericht fest. Ferner sprechen die Experten von "äußerst regen Bauaktivitäten". Die stahlintensiven Zweige der deutschen Wirtschaft sind demnach am florieren.