13.09.16

Stahlpreise und Stahlmarkt: Dienstag, 13. September 2016

Wachstum mit angezogener Handbremse
Die wirtschaftliche Expansion in Deutschland und der Eurozone ist intakt. Es kommt aber keine neue Dynamik hinzu. Die vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erhobenen Indikatoren treten im September 2016 auf der Stelle. "Die ZEW-Konjunkturerwartungen weisen auf eine unverändert gute Wirtschaftslage im kommenden halben Jahr hin", kommentiert ZEW-Präsident Achim Wambach.


Stahlpreise: Schlechte Vorgaben aus Übersee
In Shanghai sinkt der meistgehandelte Betontstahlkontrakt auf 2.307 Yuan (308 Euro) je Tonne. Das ist der tiefste Stand seit zwei Monaten. Der Eisenerzpreis fällt mit 57,10 US-Dollar (50,98 Euro) ebenfalls auf ein 2-Monatstief. In den USA sinkt der Warmbandkontrakt mit 550 US-Dollar (491 Euro) je Short Tonne (907,185 kg) auf den tiefsten Stand seit April 2016.

Aktuelle Stahlpreise pro Tonne (1.000 kg) - Westeuropa

Italiens Industrie holt auf
Der zweitgrößte Rohstahlproduzent Europas weitet seine Industrieproduktion überraschend stark aus. Die Ausbringungen italienischer Unternehmen stiegen im Juli 2016 um 0,4% gegenüber dem Vormonat, teilt das nationale Statistikamt Istat mit. Das war doppelt so viel wie Bankenvolkswirte erwartet hatten. Antriebsfeder war die Produktion von Konsumgütern, welche um 2% gesteigert wurde.


Stahlunternehmen reagieren
Klöckner & Co. strebe an, 50% seiner Verkäufe über das Internet abzuwickeln. Das sagt Klöckner-Chef Gisbert Rühl gegenüber dem Fachmagazin VDI Nachrichten. Der Duisburger Stahlhändler hinterfragt immer stärker jahrzehntelange Gepflogenheiten in der Stahlindustrie. Bisher ist es so, dass Stahlproduzenten wie ThyssenKrupp und ArcelorMittal weitgehend bedarfsunabhängig Stahl produzieren, diesen dann in Stahl-Service-Center oder bei Händlern wie Klöckner lagern, die dann wiederum warten, bis die Kunden anrufen und bestellen.


Voestalpine setzt den Rotstift an
Der österreichische Stahl- und Technologiekonzern Voestalpine kündigt ein weiteres Sparprogramm an, das einem im März 2017 auslaufenden Sparprogramm folgen soll. "Es wird mit Sicherheit ein Nachfolgepaket geben. Wir haben in den Divisionen die Gespräche darüber begonnen", erklärt Konzernchef Wolfgang Eder gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Ein Mitarbeiterabbau sei nicht geplant. Voestalpine beschäftigt 48.000 Menschen.