Der Rubel rollt wieder in der Stahlindustrie. Die Aktienkurse der Stahlkonzerne kennen seit Wochen nur eine Richtung: Die nach oben. Der Dax ist bereits so hoch wie noch niemals zuvor in seiner Geschichte. Folgen nun die Stahlaktien mit neuen Rekordhochs?
Die Schrottpreise haben Rückenwind. In Deutschland zog die Preisentwicklung für Altschrott in den vergangenen zwei Monaten um mehr als acht Prozent an. Zudem geht es auf der europäischen Ebene aufwärts. Der Anstiegskurs dürfte sich auch wegen der Abwertung des Euros erst einmal fortsetzen.

Die Stahlpreisentwicklung wird aktuell von einem Seitwärtstrends heimgesucht. In den europäischen Industrieunternehmen hat sich die Stimmung überraschend verschlechtert. Handelt es sich um eine vorübergehende Wachstumsdelle oder steckt mehr dahinter?
Wegen eines Absturzes der Eisenerzpreise liebäugeln Stahlunternehmen wie ThyssenKrupp und ArcelorMittal mit höheren Gewinnmargen. Die seit Wochen steigenden Stahlpreise haben die Aktienkurse bereits angeschoben.
Schrottsammler freuen sich über höhere Ankaufspreise. Händler profitieren von einem Anstieg der Lagerverkaufspreise. Weil Stahlunternehmen wie ThyssenKrupp und ArcelorMittal höhere Stahlpreise durchsetzen, hellt sich die Geschäftstätigkeit in der Schrottbranche spürbar auf.
Während Deutschlands größter Stahlkonzern ThyssenKrupp in die Gewinnzone zurückkehrt, steigen die Stahlpreise für Hot-Rolled Coil (HRC) auf den höchsten Stand seit zwei Jahren. Branchenprimus ArcelorMittal setzt derweil eine Erhöhung der Stahlpreise bei nordeuropäischen Abnehmern durch.

So gut war die Lage in der deutschen Stahlindustrie schon lange nicht mehr. Die Rohstahlproduktion legte den achten Monat in Folge zu. Das gesamtwirtschaftliche Wachstum wird in diesem und dem nächsten Jahr an die Zweiprozentmarke herankommen. Darüber hinaus sinken die Eisenerzpreise, was die Rentabilität und die Aktienkurse von Unternehmen wie ArcelorMittal und ThyssenKrupp erhöhen dürfte.

Was sich bei den Stahlpreisen von börsengehandelten Kontrakten für Warmbreitband (Hot-Rolled Coil) und Rohstahl (Steel Billet) bereits abzeichnete, wird nun durch den Weltstahlindex bestätigt. Die Talfahrt der Stahlpreisentwicklung dürfte beendet sein.
Weil die US-Konjunktur immer stärker Fahrt aufnimmt, klettern die Stahlpreise auf den höchsten Stand seit zwei Jahren. Das Referenzprodukt warm gewalzter Stahl (Hot-Rolled Coil) notiert an der Warenterminbörse in Chicago (CME) bei nunmehr 684 US-Dollar pro Tonne (494 Euro).