23.07.18

Stahlpreise und Stahlmarkt: Montag, 23. Juli 2018

Steigen die Stahlpreise ab September?
Der Stahlpreis für warmgewalzten Stahl aus europäischen Hochöfen dürfte steigen, alsbald die Sommerflaute vorüber sei, zitiert Metal Bulletin einen Branchen-Insider. Der Stahlpreis für Warmband in Nordeuropa betrug zuletzt 555-565 Euro je Tonne. Laut einer separaten Preiserhebung von Steel Benchmarker wurde per 9. Juli 2018 ein durchschnittlicher Verkaufspreis von 541 Euro erreicht.

Die Stahlproduzenten setzen ganz offenbar auf einen hohen Auftragsbestand der Industriefirmen, der ab September abgearbeitet wird. Der im Vergleich zu Jahresbeginn spürbar langsamer laufende Konjunkturmotor spricht nicht für steigende Stahlpreise. Auch die Metall-Spreads, also der Differenz zwischen den Stahl-Verkaufspreisen und den Input-Kosten für Eisenerz, Stahlschrott und Kohle, bergen Abwärtsrisiken für die Stahlpreise.

Eisenerz mit eine Gehalt von 62% kostete im ersten Quartal im Schnitt etwa 73 US-Dollar je Tonne. Aktuell ist der zentrale Rohstoff für die Stahlerzeugung für 65 Dollar beziehbar. Weil der Euro gleichzeitig von 1,23 auf 1,16 Dollar gesunken ist, ergibt sich für die Stahlproduzenten, insofern sie sich nicht vor einem weicheren Euro abgesichert haben, was die wenigsten getan haben dürften, keine Kostenverringerung.

Stahlverbrauch und Stahlimporte steigen
Der Stahlverbrauch in der EU erhöhte sich im ersten Quartal 2018 um 3% gegenüber dem Vorjahresquartal. Eine robuste Nachfrage nach Stahlerzeugnissen und Aufstockungen der Lagerbestände seien die Triebfedern gewesen, erläutert der europäische Stahlverband Eurofer. Die Auslieferungen von in der EU erzeugtem Stahl stiegen um 2,1% auf 37 Millionen Tonnen, während sich die Menge an Importstahl um 9,8% auf 10 Millionen Tonnen steigerte. Damit waren die Stahlimporte auf Quartalsbasis so hoch wie das letzte Mal Ende 2007.