06.02.16

Stahlpreise und Stahlmarkt im Februar 2016 - ROUNDUP 2

Die Lage in der europäischen Stahlindustrie bleibt angespannt. Der weltgrößte Stahlkonzern ArcelorMittal hat das Geschäftsjahr 2015 mit einem Rekordverlust abgeschlossen. Das Minus von 7,2 Milliarden Euro zeigt, wie sehr das Unternehmen wegen des vielen Stahls auf dem Weltmarkt in der Krise steckt. Trotz des schwachen Ausblicks sehen die Stahlexperten der größten Bank der Schweiz Potential in Europa und den USA.

"Der Blick in die Zukunft zeigt, dass 2016 erneut ein schwieriges Jahr für unsere Branche wird, obwohl wir eine Erholung bei chinesischen Stahlpreis-Spannen von den Tiefs 2015 beginnen zu sehen. Es ist klar, dass es für China eine Herausforderung wird, seine Stahlindustrie an das geringere Wirtschaftswachstum anzupassen, jedoch sind wir in Anbetracht der jüngsten Kommentare über Kapazitätssenkungen etwas ermutigt."
Lakshmi Mittal

Ein Dämpfer auf dem Weg zu einer Senkung des weltweiten Stahlausstoßes kommt von Standard & Poor´s. Die Initiative der chinesischen Regierung nicht wettbewerbsfähige und verlustmachende kleinere Stahlproduzenten auszusondern, werde auf kurze Sicht keinen unmittelbaren Einfluss auf die Überkapazitäten in China haben, analysiert die Ratingagentur.

"Nach Regionen sind wir für optimistisch für Europa, wo Anstrengungen unternommen werden, Überkapazitäten zu verringern und protektionistische Maßnahmen beobachtet werden können", heißt es in einem Bericht über globale Stahlaktien von der Schweizer Großbank UBS. Man sei auch zuversichtlich, was die USA und Indien angeht. Auf der anderen Seite sei man wegen schwachen Fundamentaldaten mit Blick auf Stahlunternehmen in China und Lateinamerika pessimistisch.