26.01.16

Stahlpreise und Stahlmarkt im Januar 2016 - ROUNDUP 5

Die Rohstahlproduktion in der Europäischen Union (EU) lag 2015 bei 166,2 Millionen Tonnen, meldet der Stahlverband Worldsteel. Das waren 3,1 Millionen Tonnen (-1,8%) weniger als 2014. Deutschland produzierte 42,7 Millionen Tonnen (-0,6%), Italien 22 Millionen Tonnen (-7,1%), Frankreich 15 Millionen Tonnen (-7,2%), Spanien 14,9 Millionen Tonnen (+4,4%).


Im Dezember 2015 sank die Rohstahlproduktion in der EU um 8,3% gegenüber dem Vorjahresmonat auf 11,46 Millionen Tonnen. In den USA gab es ein doppelt so starken Rückgang. Hier fiel die Rohstahlproduktion im Lichte einer sich abzeichnenden Industrierezession um 16,3% auf 6,04 Millionen Tonnen. In China ging der Stahlausstoß um 5,2% auf 64,37 Millionen Tonnen zurück.

Der von den Europäern seit langem geforderte Umbau der chinesischen Stahlindustrie nimmt Gestalt an. Um die großen Produktionskapazitäten um 100 bis 150 Millionen Tonnen zu verringern, könnten bis zu 400.000 Arbeitslätze wegfallen, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Chinas Stahlsektor ist der mit Abstand größte der Welt und hält nach Einschätzung von Experten etwa 300 Millionen Tonnen ungenutzter Produktionskapazitäten vor.

Laut dem Konzernchef von ThyssenKrupp, Heinrich Hiesinger, werde das Umfeld in seiner Brache unsicherer. Dafür sorgten vor allem die anhaltenden Importe billigen Stahls aus China nach Europa: "Das macht uns am meisten Sorgen", sagte Hiesinger im Gespräch mit dem Magazin "Euro am Sonntag". Der Aktienkurs von ThyssenKrupp könnte von den angekündigten Produktionskürzungen in China profitieren. Die Aktie notiert aktuell bei 14,60 Euro. So günstig war sie das letzte Mal vor knapp drei Jahren.